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Feldtest für erstes Wasserstoff-Blockheizkraftwerk in Norddeutschland

22.11.2019

HanseWerk-Gruppe setzt auf grünen Wasserstoff für Klimaschutz und eine erfolgreiche Energiewende – weitere H2-Projekte in Vorbereitung
    

Der Hamburger Wärmeanbieter HanseWerk Natur und der Lösungsanbieter von Gasmotoren INNIO Jenbacher starten ein Leuchtturmprojekt, bei dem erstmalig in Norddeutschland der Betrieb eines komplett auf Wasserstoff basierenden Blockheizkraftwerks (BHKW) in der Leistungsklasse von einem Megawatt (MW) getestet wird. Hierzu haben Matthias Boxberger, Vorstandsvorsitzender der HanseWerk-Gruppe, sowie Carlos Lange, President und CEO von INNIO, in Hamburg einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet.

Für den Feldtest wird ein erdgasbetriebenes BHKW für den zunächst temporären Betrieb mit 100 Prozent Wasserstoff umgerüstet. Das BHKW steht im Parkhaus des UCI-Kinocenters in Hamburg Othmarschen. Es ist Teil eines Wärmeverbundnetzes in Bahrenfeld – HanseWerk Natur versorgt dort 30 Wohngebäude, eine Sport- und eine Kindertagesstätte sowie das Freizeitzentrum „Othmarschen Park“ mit Nahwärme.

Jährlich werden hier von HanseWerk Natur 13.000 Megawattstunden Wärme bereitgestellt. Das BHKW-Modul mit einer elektrischen Leistung von 999 Kilowatt (kW) sowie 1.300 kW thermischer Leistung befindet sich derzeit in Bau und wird im ersten Quartal 2020 in Betrieb genommen. HanseWerk Natur investiert hierfür mehr als zwei Millionen Euro. Für die Umrüstung der Anlage auf hundertprozentigen Wasserstoff sind zusätzliche Investitionen geplant.

„Der Motor wird im Rahmen des Tests zunächst auf Wasserstoffbetrieb umgebaut. Danach werden wir die Zumischung von Wasserstoff ins Erdgasnetz simulieren. Ziel ist, es mögliche Auswirkungen für den Betrieb von Gasmotoren-BHKW festzustellen und dadurch weitergehende Maßnahmen abzuleiten.“, sagte Matthias Boxberger während der Vertragsunterzeichnung. „Dieses Projekt ist ein weiterer Baustein unserer Wasserstoff-Strategie, die Wasserstoff als wichtigen Baustein für mehr Klimaschutz sieht und auf die Wasserstoffstrategie der norddeutschen Bundesländer einzahlt.“

„Gemeinsam mit der HanseWerk AG stellen wir die Weichen für eine grünere, sicherere, flexiblere und dezentralere Energiezukunft Hamburgs“, sagte Carlos Lange, Präsident und CEO von INNIO. „Als einer der führenden Lösungsanbieter von Gasmotoren in Deutschland investieren wir auch weiterhin in neue Technologien wie grünen Wasserstoff. Wir sind stolz darauf, dieses innovative Leuchtturmprojekt, dass die Energiewende einen großen Schritt weiterbringt in Richtung Dekarbonisierung, gemeinsam mit der HanseWerk AG entwickeln zu können.“
 
Parallel zu diesem Projekt beteiligt sich die HanseWerk-Gruppe an einem Feldtest der Schwestergesellschaft Avacon, der die 20-prozentige Wasserstoffbeimischung ins Erdgasnetz vorsieht. Außerdem hat die HanseWerk-Tochter Schleswig-Holstein Netz im Sommer die erste Einspeiseanlage für grünen Wasserstoff in Schleswig-Holstein in Betrieb genommen.

HanseWerk Natur betreibt rund 140 Nahwärmenetze im ganzen norddeutschen Raum, vor allem in Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Wärmegewinnung in diesen Netzen erfolgt teilweise auf Erdgas-, Biogas- oder Bioerdgasbasis. HanseWerk Natur betreibt aber auch Anlagen, die mit Holzpellets betrieben werden. Darüber hinaus hat sich HanseWerk Natur darauf spezialisiert, Abwärme aus Industrieprozessen oder der Müllverwertung nutzbar zu machen, sodass diese nicht verloren geht. Die mit der Wärmeerzeugung in Blockheizkraftwerken verbundene Stromerzeugung erfolgt zu zwei Dritteln auf Biogas- oder Bioerdgasbasis.