Alle wichtigen Kontaktkanäle auf einen Blick: Unsere Störungsstelle erreichen Sie rund um die Uhr. Unseren Kundenservice erreichen Sie von Mo. – Do. von 7:30 – 16:00 Uhr und am Fr. 7:30 – 14:00 Uhr.

Einsatz im BHKW in Hamburg Wilhelmsburg

27.03.2015

Freiwillige Feuerwehren der Elbinsel und HanseWerk Natur proben den Ernstfall

Alarm im Schwentnerring in Hamburg Wilhelmsburg – die Warnleuchte leuchtet orange. In dem Gebäude befinden sich ein Hocheffizienz-Blockheizkraftwerk (BHKW) der HanseWerk Natur GmbH und eine Ammoniak-Wärmepumpe. Der Alarm wurde automatisch ausgelöst, es besteht Verdacht, dass Ammoniak ausgetreten ist. Und es werden mehrere Menschen vermisst, die gerade an der Anlage arbeiteten. Die genaue Anzahl ist zunächst unbekannt. Für die Freiwilligen Feuerwehr Kirchdorf, die zuerst am Einsatzort ist, heißt das, es ist höchste Eile, aber auch Vorsicht geboten. Denn Ammoniak ist ein gefährliches Atemgift mit reizender und ätzender Wirkung.

Wirklich Gefahr für Leib und Leben bestand am 27. März um 19 Uhr allerdings nicht – denn der Einsatz war eine Übung. Die soll der Feuerwehr helfen, sich auf einen etwaigen Ernstfall vorzubereiten. Initiiert wurde die Übung von HanseWerk Natur. „Gerade im Bereich technischer Anlagen sind besondere Anforderungen zu beachten“, erklärt Thomas Stolzenburg, Leiter des HanseWerk Natur Standortes in Hamburg Harburg, von wo aus auch die Anlage im Schwentnerring betreut wird. „Deshalb organisieren wir regelmäßig Übungen mit den örtlichen Feuerwehren.“ Die Übungen werden auch genutzt, um die örtlichen Einsatzkräfte in die Anlage einzuweisen, damit diese im Ernstfall wissen, was zu tun ist.

Nachdem die Freiwillige Feuerwehr Kirchdorf eingetroffen ist und die Lage sondiert hat, fordert sie Verstärkung an. Zu den beiden Fahrzeugen aus Kirchdorf kommen wenig später zwei Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren Wilhelmsburg und Moorwerder. Insgesamt 32 Mann sind im Einsatz. Wegen des Ammoniaks darf die Feuerwehr das Gebäude nur mit Atemschutz und Schutzkleidung betreten. An erster Stelle steht die Rettung der Vermissten. Parallel darf kein Ammoniak aus dem Gebäude austreten. Im Ernstfall würde es entsprechend mit den Wasserschläuchen niedergeschlagen. Nach einer halben Stunde sind alle sechs Vermissten gerettet und die Ammoniakquelle abgeschiebert (ausgeschaltet). Die Übungsleiter sind im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit der Übung.

Das BHKW im Schwentnerring erzeugt umweltschonend Strom und Wärme. Durch ein neues Betriebskonzept, bei dem auch eine Wärmepumpe zum Einsatz kommt, erreicht das BHKW einen Wirkungsgrad von rund 100 Prozent, Energieverluste werden so auf ein Minimum reduziert. Mit einer elektrischen Leistung von rund 930 kW kann die Anlage bis zu 7,5 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen. Das reicht aus, um über 2.000 Haushalte zu versorgen oder für mehr als neun Millionen Waschgänge bei 60°C. Gleichzeitig erzeugt das BHKW mehr als acht Millionen Kilowattstunden Wärme. Diese wird in das bestehende Wärmenetz eingespeist und versorgt die angeschlossenen Haushalte.

Insgesamt unterhält HanseWerk Natur sechs Betriebsstandorte in Norddeutschland, von denen aus rund 1.000 Anlagen betreut werden. Ein großer Teil Hamburgs werden vom Betriebscenter Wärme aus Hamburg Harburg betreut. Mindestens einmal im Jahr findet eine Feuerwehrübung statt. So können sich die Feuerwehren vor Ort auf den Ernstfall vorbereiten.