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Effizient Wärme und Strom erzeugen: Stadtwerke Bad Bramstedt und HanseWerk Natur bauen BHKW in Bad Bramstedt

27.05.2015

Die Stadtwerke Bad Bramstedt investieren rund 800.000 Euro für eine umweltschonende Energieversorgung für die Stadt.

Zusammen mit der HanseWerk Natur GmbH bauen die Stadtwerke für die Fernwärmeversorgung ein neues Blockheizkraftwerk (BHKW) im Heizwerk Oskar-Alexander-Straße 26, das noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden soll. Am 27. Mai wurde mit Motor und Generator nun das Herzstück der Anlage geliefert.

Das neue BHKW bringt über 12 Tonnen auf die Waage und ist damit so schwer wie zwei ausgewachsene Elefanten. Mit einer elektrischen Leistung von 845 Kilowatt produziert das BHKW jährlich etwa 5,5 Millionen Kilowattstunden Strom. Das reicht aus, um über 1.500 Haushalte zu versorgen oder für ca. 7 Millionen Waschgänge bei 60 Grad. Die dabei entstehende Abwärme geht in das lokale Wärmenetz, das Fernwärme zum Heizen und für Warmwasser an die mehr als 350 angeschlossenen Wohnhäuser und Gewerbebetriebe liefert. Das sind über 600 Kunden.

Durch die parallele Erzeugung von Strom und Wärme nutzen BHKW die eingesetzte Energie doppelt aus. Im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Strom und Wärme können so nicht nur wertvolle Rohstoffe, sondern auch CO2 eingespart werden. Im Vergleich zur getrennten Erzeugung verbraucht ein BHKW mehr als 30 Prozent weniger Ressourcen und erzeugt dabei rund 60 Prozent weniger CO2. 

Im Heizwerk Oskar-Alexander-Straße stehen zwei BHKW. Die Anlage, die nun ersetzt wird, wurde im Januar 1995 in Betrieb genommen und nach 20 Jahren, im April 2015, mit einer Betriebszeit von 114.349 Stunden, abgeschaltet. Über diese Zeit hat das BHKW mehr als 100 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Das zweite BHKW wurde bereits 2010 erneuert und hat eine elektrische Leistung von 989 Kilowatt. Beide BHKW zusammen erzeugen rund 70 Prozent des Wärmebedarfs der angeschlossenen Haushalte. Damit decken sie die sogenannte Fernwärme-Grundlast ab, die kontinuierlich über das ganze Jahr benötigt wird. Bei einem höheren Wärmebedarf, zum Beispiel in den kalten Wintermonaten, springt der zugehörige Erdgaskessel ein. Der Kessel dient auch der Besicherung der Wärmeversorgung, zum Beispiel dann, wenn die BHKW einmal gewartet werden müssen.

Bereits seit 1998, dem Gründungsjahr der Stadtwerke, arbeiten die Stadtwerke Bad Bramstedt und die HanseWerk Natur GmbH eng zusammen. Als Dienstleister hat HanseWerk Natur die Betriebsführung nahezu aller Wärmeanlagen in der Stadt übernommen.

Hintergrund Kraft-Wärme-Kopplung:
Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) besteht im Wesentlichen aus Gasmotor, Generator und Wärmetauscher. Der vom Verbrennungsmotor angetriebene Generator erzeugt
3-Phasen-Wechselstrom mit einer Frequenz von 50 Hertz und einer Spannung von 400 Volt. Die Gasmotoren werden in der Regel mit Erdgas oder Biogas betrieben. Es ist aber auch ein Betrieb mit Sondergasen wie Klärgas, Deponiegas und Grubengas möglich. Der erzeugte Strom kann vor Ort genutzt oder in das Netz eingespeist werden.
Bei der Stromerzeugung gibt der Motor Wärme ab. Diese wird im Kühlkreislauf nacheinander aus dem Schmieröl, dem Motorkühlwasser und dem Abgas aufgenommen und über einen Wärmetauscher an den externen Heizkreis übertragen. So kann die Abwärme zum Heizen genutzt werden.
Dieses System der Energieerzeugung und -nutzung nennt man Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), da gleichzeitig die vom Motor erzeugte mechanische Energie (Kraft) und die beim Antrieb des Generators durch den Motor frei werdende thermische Energie (Wärme) genutzt wird.