Um Blockheiz- und Wasserkraftwerke, Photovoltaik- und Kälteanlagen sowie Heizwerke zu steuern und – wenn nötig - den Entstördienst zu managen, ist keine große Leitwarte mehr nötig: Bei HanseWerk Natur reicht dafür heute schon ein Laptop oder Tablet.

Keine einzige Energieumwandlungsanlage der HanseWerk Natur ist heute ständig besetzt. Denn auf Basis einer über Jahre entwickelten smarten Steuerungs- und Leittechnik können nicht nur rund 300 Heiz- und Blockheizkraftwerke des Unternehmens, sondern auch das aus 70 Blockheizkraftwerken bestehende virtuelle Kraftwerk (VPP) von jedem Ort über das Mobilfunknetz aus gesteuert werden. Grundlage dieser Vernetzung ist ein von HanseWerk Natur selbst entwickeltes Softwarepaket.

„Durch den Verzicht auf eine zentrale Leitwarte konnten wir die Reaktionszeiten und Anlageneffizienz deutlich erhöhen, eine resourcenschonende  Einsatzplanung etablieren sowie die Regiekosten senken“, erläutert Thomas Baade, technischer Geschäftsführer von HanseWerk Natur.

Die eingesetzte Webtechnologie ermöglicht es den Mitarbeitern aus allen notwendigen Fachbereichen wie Energiewirtschaft, Technischem Service, Betrieb & Instandhaltung mobil und von überall auf die zentrale Betriebstechnik der Anlagen zuzugreifen und diese zu steuern. Als Hardware kommen hierbei beispielhaft für die dezentral eingesetzten Mitarbeiter in der Fläche Laptops, Tablets und Smartphones zum Einsatz.

Ein klarer Wettbewerbsvorteil: Denn sowohl die einzelnen, nicht besetzten Heizkraftwerke als auch das gesamte automatisierte Störungsmanagement der HanseWerk Natur werden jetzt fernüberwacht, gesteuert und dokumentiert – hinzu kommen Analysen und Maßnahmen zur stetigen Verbesserung, die in die Betriebsabläufe fachbereichsübergreifend integriert werden. Die technischen Mitarbeiter im rund um die Uhr tätigen Bereitschaftsdienst der HanseWerk Natur erhalten daher automatisch und ohne Zeitverzug Hinweise auf nicht gewünschte Betriebszustände und Störungen per SMS und Klartext auf ihr Smartphone, bevor der Kunde es bemerkt.

„Die Datensicherheit und Redundanz der Systeme ist uns dabei extrem wichtig“, sagte Arne-Jan Hinz als für die IT zuständiger Fachbereichsleiter bei HanseWerk Natur. Um diese in den Anlagen zu gewährleisten, werden drei Serverpaare und der zentrale Archivserver über zwei zusätzliche Webserver an ein Virtuelles Privates Netz (VPN) angeschlossen. Über dieses sichere Netz können Nutzer von außerhalb auf die Leittechnik des virtuellen Kraftwerks und der Verbundsysteme zugreifen.

Durch das dezentrale Bedienkonzept der Anlage können Ausfallzeiten der Heizkraftwerke minimiert und größtmögliche Versorgungssicherheit sichergestellt werden. Außerdem werden die operativen Kosten auf geringstmöglichem Niveau gehalten. Für die im harten Wettbewerb stehende HanseWerk Natur ist dies ein entscheidender Faktor beim Thema Wachstum. Die kontinuierliche Steigerung der Anlageneffizienz ist durch die ortsunabhängige Steuerung und Feinjustierung der Anlagenteile im laufenden Betrieb zur Selbstverständlichkeit geworden. Eine Integration von Neuanlagen/VPP in den sicheren und rechtskonformen Anlagenbetrieb ist in kürzester Zeit möglich.

Die gesamte zentrale Leittechnik besteht derzeit aus ca. 300 dezentralen, visualisierten Anlagen. Die eingesetzte Steuerungs- und Leittechnik wird von Siemens inkl. Support bereitgestellt. Die leit- und steuerungstechnische Ausrüstung der zentralen Leittechnik und des virtuellen Kraftwerks wurde durch eigene Ingenieure der HanseWerk Natur projektiert und in enger Zusammenarbeit mit Firma Bilfinger GreyLogix GmbH aus Flensburg, als auditierter und zertifizierter Spezialist der Siemens Software implementiert.

HanseWerk Natur GmbH hat im Laufe der vergangenen 18 Jahre gemeinsam mit der Bilfinger Greylogix und der Siemens AG als starkem Partner für richtungsweisende, intelligente Steuerungs- und Hardwaretechnik in Deutschland eines der größten Siemens -WinCC-Anwendungen mit zirka 350000 Steuerungsvariablen etabliert. Das Gesamtsystem wird durch die HanseWerk Natur GmbH kontinuierlich ausgebaut, entsprechend den Anforderungen des Marktes erweitert und auf aktuellem Stand der Technik gehalten.