50 Tonnen CO2 sollen mit dem neuen Heizkessel im Amtsgebäude in Wyk auf Föhr eingespart werden, den Heidi Braun, Amtsvorsteherin des Amtes Föhr-Amrum und Mark Claussen, Leiter des Betriebscenters Rendsburg bei HanseWerk Natur, am 23. Februar 2017 offiziell in Betrieb nahmen. Doch das ist nicht der einzige Vorteil, den das neue Gerät bietet. Denn das Amtsgebäude wurde im Zuge des Umbaus der Wärmeversorgung in das örtliche Wärmenetz eingebunden. So wurde hier in Wyk auf Föhr nicht nur eine umweltfreundliche Wärmelösung für das Amt umgesetzt, sondern auch ein Zukunftskonzept zur dezentralen Wärmeerzeugung mit einer Verteilung der Wärmeerzeugung an mehreren Standorten.

Seit 1994 betreibt HanseWerk Natur ein Wärmenetz in Wyk auf Föhr und sorgt so seit mehr als 20 Jahren für umweltfreundliche Wärme im Nordseeheilbad. Rund 950.000 Euro investiert das Unternehmen nun und installiert bis Mitte des Jahres insgesamt drei hocheffiziente Erzeugungsanlagen an drei verschiedenen Standorten. So kann HanseWerk Natur nicht nur höchstmögliche Versorgungssicherheit gewährleisten, sondern auch der stetig wachsenden Nachfrage gerecht werden.  Neben dem Amtsgebäude wird eine weitere Anlage im Klinikum Wyk stehen. Gleichzeitig erhöht HanseWerk Natur die Leistung im Heizwerk Rebbelstieg.

„Ich freue mich, dass wir nach langen Verhandlungen eine Lösung finden konnten, von der nicht nur das Amt, sondern auch die Anwohner profitieren können“, so Amtsvorsteherin Heidi Braun bei der Inbetriebnahme. Denn Amt und HanseWerk Natur suchten bereits seit Längerem nach einer zukunftsorientierten Lösung, das Wärmenetz zu modernisieren und auszubauen. So war u .a. auch ein neues Heizwerk im Gespräch, doch die Suche nach einem geeigneten Standort gestaltete sich schwierig. „Die Lösung war dann die dezentrale Ausrichtung. Dank unserer eigens entwickelten, automatisierten Leittechnik können wir unsere Anlagen auch dezentral bedarfsgerecht steuern und das höchst präzise und effizient vom PC, Laptop oder Smartphone aus“, so Mark Claussen. „Daneben haben wir jetzt auch Kapazitäten für weitere Kunden, die an einer umweltfreundlichen Wärmeversorgung interessiert sind.“

Das Wyker Wärmenetz hat eine Länge von rund 30 Kilometern und versorgt über 320 Hausanschlüsse mit einer derzeitigen Anschlussleistung von ca. 14.000 kW und gehört zu den innovativsten und modernsten Wärmenetzen der HanseWerk Natur GmbH. Hauptsächlich wird die Wärme in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt. BHKWs erzeugen Strom und Wärme in einem Arbeitsgang – das macht sie besonders effizient und ressourcenschonend. Im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Strom und Wärme können so nicht nur wertvolle Rohstoffe, sondern auch CO2 eingespart werden. Das gilt umso mehr, als in Wyk auch Bioerdgas zum Betrieb der beiden BHKWs eingesetzt wird. Ein Rohstoff der aus nachwachsenden Ressourcen gewonnen wird. Die Kessel kommen erst dann zum Einsatz, wenn ein besonders hoher Wärmebedarf besteht. Eine andere Aufgabe hat der Elektrokessel im Heizwerk. Er wandelt Strom, den das BHKW produziert und der zum Beispiel aufgrund eines Überangebotes an Wind- oder Sonnenstrom nicht eingespeist werden kann, nahezu verlustfrei in Wärme um.
 
Doch nicht nur im Heizwerk wird Energie erzeugt. Bereits seit einiger Zeit speisen zwei kundeneigene BHKWs mit jeweils 100 Kilowatt thermischer Leistung ihre überschüssige Wärme in das Netz ein. Das sogenannte „Hybridmodell“ der Hansewerk Natur bietet den Kunden die Möglichkeit, die selbst erzeugte Wärme zu speichern. Ein- und Ausspeisungen werden von HanseWerk Natur bilanziert und abgerechnet. So ist das Wyker Wärmenetz ein Paradebeispiel zur gemeinsamen Gestaltung der Energiewende in der nordfriesischen Karibik.